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VOGELGRIPPE |
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Fragen zum Thema
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Was ist überhaupt "die Vogelgrippe"?
Die "Vogelgrippe" ist ein umgangssprachlicher Begriff, der für die Erkrankung von Geflügel mit Influenzaviren/Grippeviren benutzt wird. Mit "Vogelgrippe" wird jedoch die Geflügelpest gemeint, die durch sehr aggressive Influenza A-Viren vom Untertyp H5 oder H7 ausgelöst wird. Erkrankungen bei Menschen wurden seit Oktober 2003 in Vietnam, Thailand, Kambodscha und Indonesien festgestellt. Menschen können normalerweise nur sehr schwer durch diese Vogel-Influenzaviren infiziert werden. Auch wenn schon länger vermutet, so wurde erstmals im Jahr 1997 eine direkte Übertragung auf den Menschen eindeutig belegt. Die erkrankten Tiere scheiden das Virus mit dem Kot aus und vermutlich stellen die Einatmung von kontaminierten Staubpartikeln oder mangelhafte Händehygiene die hauptsächlichen Übertragungswege dar.
Wie unterscheiden sich die Vogelgrippeviren von den "normalen"?
Das Vogelgrippe-Virus, welches derzeit in Asien bei Geflügel und auch bei Menschen nachgewiesen wurde, ist ein Influenza A-Virus vom Untertyp H5N1. Die "normalerweise" vorkommenden und in der menschlichen Bevölkerung zirkulierenden Influenzaviren sind entweder Influenzaviren vom Typ-A (aber vom Untertyp H1N1 oder H3N2) oder Influenzaviren vom Typ-B. Das in Asien befindliche Virus ist somit eins, welches bisher nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkulierte.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den menschlichen Erkrankungen an der Vogelgrippe?
Die in Asien verendeten Hühner und auch die erkrankten Personen trugen das Influenzavirus vom Untertyp H5N1 in sich.
Wie sieht das Krankheitsbild Vogelgrippe beim Menschen aus?
Das Krankheitsbild beginnt mit Symptomen, die wie bei einer Grippe sind. Später kommt es dann oft zu Lungenentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden und einer Erhöhung der Leberwerte, wie auch zu einer starken Verminderung der Blutkörperchen und Blutplättchen. Ein Teil der Patienten entwickelt Nierenschädigungen bis hin zum Nierenversagen.
Können Vogelgrippeviren von Mensch zu Mensch übertragen werden?
Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass eine Übertragung der H5N1-Vogelgrippeviren, wenn überhaupt, nicht effektiv stattfinden kann. Grund für diese sehr schlechte Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch ist die beträchtliche Unterscheidung im Erbmaterial der Vogel-Influenzaviren und den Influenza-Viren des Menschen. Die Gefahr besteht grundsätzlich, dass sich die Vogelgrippeviren durch eine Vermehrung in Schweinen oder auch im Menschen, so verändern, dass sie effektiv auch von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass entweder Mensch oder Schwein gleichzeitig mit "menschlichen-" und Vogel-Influenzaviren infiziert sind.
Welche Bedeutung steht hinter dem Nachweis von Vogel-Influenzaviren bei Schweinen?
In China wurde im Jahr 2003 bei einer kleinen Anzahl von Schweinen das Vogelgrippevirus nachgewiesen. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei, ob sich das Virus bereits angepasst und in der Schweinepopulation etabliert hat. Bisherige Informationen erbrachten keine Anhaltspunkte hierfür. Schweine werden aus dem Grund benannt, da sie über einen Organismus verfügen, welcher dem Menschen sehr ähnlich ist.
Gab es schön früher Infektionsn mit Vogelgrippe bei Menschen?
Nachgewiesen wurde eine Übertragung der Vogel-Influenzaviren auf den Menschen bereits 1997. 1997 in Hongkong - H5N1 - 18 Erkrankte Personen, 6 Todesfälle. 1999 in Hongkong - H9N2 - 2 leicht erkrankte Personen. 2003 in den Niederlanden - H7N7 - 83 erkrankte Personen, 1 Todesfall. 2003 in China - H5N1 - 2 erkrankte Personen, ein Todesfall. 2003 in Hongkong - H9N2 - ein erkranktes Kind. 2004 in Südost-Asien - H5N1 - fast 50 Erkrankungsfälle und über 30 Todesfälle.
Was wird gegen die Vogelgrippe getan, um eine Ausbreitung und eine mögliche Übertragung auf den Menschen zu verhindern?
Beim Ausbruch in Hongkong 1997 wurden mehr als 1 Million Hühner und anderes Geflügel getötet, um das Reservoir der H5N1-Viren zu eliminieren. Nach dieser Aktion gab es keine weiteren menschlichen Erkrankungsfälle mit dem Untertyp H5N1. Auch bei der Geflügelpest in den Niederlanden im Jahr 2003 wurden die Tiere der betroffenen Farmen vernichtet. Auch jetzt arbeiten die Regierungen der betroffenen Länder mit der Welternährungs- und Landwirtschaftsbehörde FAO, der Weltorganisation für Tiergesundheit OIE und der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammen, um durch die Tötung von erkrankten Tieren und individuelle Schutzmaßnahmen für die Kontaktpersonen in den betroffenen Beständen, weitere Übertragungen auf den Menschen zu verhindern.
Ist die Vogelgrippe in Asien für uns in Deutschland gefährlich?
Es konnten bisher zwei Fälle von Mensch zu Mensch-Übertragungen nicht ausgeschlossen werden. Diese bekannten Kontakt- oder sekundären Erkrankungen verliefen jedoch sehr leicht! Hinweise auf eine effiziente Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es derzeit nicht. Nur, wenn dies der Fall sein sollte, könnte es zu einer großflächigen Verbreitung unter Menschen kommen, welche früher oder später auch in Deutschland auftreten könnten.
Gibt es schon einen Grippefall durch Vogelgrippe in Deutschland?
Bislang ist noch kein Fall in Deutschland aufgetreten. Durch eine weltweite Überwachung wird das Vorkommen von Influenzaviren beim Menschen aufmerksam beobachtet und entsprechende Informationen werden an die WHO weitergeleitet. Auch in Deutschland gibt es ein Überwachungssystem für Influenza, welches in der Lage ist, das Auftreten solcher Fälle zu erkennen.
Kann man Geflügelfleisch weiter unbedenklich verzehren?
In Deutschland wurde vorsorglich der Import von Geflügel, Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnissen (sofern nicht vollständig durcherhitzt) aus den betroffenen Staaten verboten. Geflügelprodukte, die vollständig durchgegart werden, stellen keine Übertragungsgefahr für Menschen dar, da das Virus durch die Hitze vernichtet wird.
Was ist zu beachten, wenn man in Länder reist, in denen die Vogelgrippe auftritt?
Stets amtlich aktuelle Informationen zur Geflügelpest/Vogelgrippe finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes und auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, sowie des Bundesinstitutes für Tiergesundheit. Bei der Vogelgrippe/Geflügelpest besteht ein Ansteckungsrisiko für Menschen nach gegenwärtigem Informationsstand insbesondere bei sehr engem Kontakt zu erkranktem Geflügel. Der Erreger wird vor allem über Kot und Sekrete dieser Tiere übertragen. Ein enger Kontakt mit Tieren, die potentiell erkrankt sein könnten, sollte daher vermieden werden. Insbesondere sollte auf den Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten und Stallungen verzichtet werden.
Internationale Flugreisende sollten unbedingt beachten, dass auch kleinste Mengen von Geflügelfleisch oder Geflügelerzeugnissen grundsätzlich nicht eingeführt werden dürfen!
Kann eine Vogelgrippeerkrankung beim Menschen in Deutschland diagnostiziert werden?
Ja! das nationale Referenzzentrum für Influenza hat etablierte Testverfahren, mit denen auch Vogel-Influenzaviren vom Untertyp H5N1 zuverlässig nachgewiesen werden können. Zur Testung eignet sich ein Rachenabstrich, wie sonst bei Influenza auch.
Kann man sich vorsorglich gegen Vogelgrippe impfen lassen? Derzeit gibt es keinen Impfstoff für Menschen, der gegen diese Viren zugelassen ist.
Eine gleichzeitige Infektion mit den aktuell zirkulierenden menschlichen Influenzaviren und dem Vogelgrippe-/Geflügelpestvirus birgt jedoch die Gefahr einer neukombination beider Viren und damit das Risiko der Entstehung eines von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus. Um ein derartiges Risiko zu mindern, wird Personen, die sich in den betroffenen Regionen aufhalten oder in die Regionen reisen wollen, die Influenza-Schutzimpfung mit dem für diese Saison zugelassenen Impfstoff empfohlen. Damit wird auch eine Verwechslung einer auftretenden Influenza-Erkrankung mit einem Geflügelpestverdacht bei Rückreisenden vermieden. Es sollte dabei jedoch beachtet werden, dass eine Influenza-Schutzimpfung erst nach etwa 2 Wochen einen vollen Schutz bietet.
Haben Sie vielleicht noch immer eine Frage zu diesem Thema? Gerne können Sie uns diese via email senden und wir werden versuchen, Ihnen weiter zu helfen.
Quelle: u.a. Auswärtiges Amt, ISID, WHO, CDC, RKI, OIE
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